LYRIK POESIE DICHTUNG

Sensationelle Nietzsche Entdeckung

Sensationelle Entdeckung:
Bisher Unbekannte, letzte Nietzsche Handschrift entdeckt

London: Stellen sie sich vor sie sitzen im Theater von Athen, in Griechenland 450 v. Chr., und beobachten eine Komödie des Aischylos. In London wurde eine bislang unbekannte Handschrift zu einer bisher nur geplant geglaubten Kompilation Nietzsche contra Wagner und der Gedichte Dionysos-Dithyramben gefunden, die überarbeitet zur Veröffentlichung war. Mit vielen, bisher unbekannt gebliebenen Hinzufügungen, sind die entdeckten Blätter versehen. Sie befinden sich im ausgezeichneten Zustand. Die Handschrift scheint aus der Zeit eines beginnenden Größenwahns um 1888/1889 zu sein, wahrscheinlich aus kritischer Zeit nach Turin. Gleichzeitig fand man bei den Handschriften einen Brief des Franz Rosenzweig von 1918. Es wurde bisher nur soviel bekannt, dass es um die Beziehungen Nietzsches zu Wagner geht. Sein Sprachrythmus gleicht der Musik Wagners. Sein Ton ist schwülstig und von falschem Pathos. Von seiner Veröffentlichung erhofft man völlig neue Erkenntnisse über den „Stern der Erlösung“ und die Verbindung „Wagners contra Nietzsche“. Das Nietzsche-Archiv erhebt Ansprüche auf dieses Werk. Die Bekanntgabe erfolgte über eine Londoner Anwaltskanzlei. Eine Erbin, Tochter eines 1938 nach London emigrierten Musikwissenschaftlers ( welcher wohl Kontakt hatte mit den Ärzten, Otto Binswangers aus der Psychiatrische Universitätsklinik in Jena, der dort die Leitung hatte als Nietzsche 1888 Patient war; so wie Julius Langbehns der 1889 einen Heilungsversuch wagte ) fand im Nachlass auf dem Speicherboden einen Koffer mit verschiedenen weiteren Handschriften. Unter anderem diese späte Nietzsche Handschrift. Eine genauere Herkunft der Blätter braucht wohl noch Jahre weiterer Untersuchungen. Nun soll das Werk in den Handel kommen. Es ist eine Frage ob alle Werke in England bleiben oder nach Deutschland gehen. Die Handschriften wurden bereits vor einem Jahr entdeckt. Inzwischen wurden sie von hochrangigen, Nietzsche Experten - Spezialisten , erforscht.

Preisträger des Nietzsche Preises Prof. Dr. Silvio Vietta, Universität Hildesheim. sowie Prof. Dr. Karl Pestalozzi, Germanist (Basel), Prof. Dr. Beatrix Himmelmann, Philosophin (Berlin), schrieben einen öffentlichen Brief
Im Streit um die neuentdeckten Nietzsche Handschriften plädiert Prof. Dr. Silvio Vietta, für ein Moratorium – bis die Geschichte der Londoner Anwaltskanzlei mit ihrem Kontaktmann Prof. Dr. Rüdiger Görner, Germanist (London) aufgearbeitet ist

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Rüdiger Görner,
in Ihren öffentlichen Äußerungen, zuletzt im offenen Brief an den Generaldirektor der Stiftung Friedrich Nietzsche, vom 10.02.2008, kritisieren Sie die bisher als »Nietzsche Kollektion« bezeichnete Handschrift in London und die Verweigerungshaltung »der« Familie des Nachlassers. Bitte verstehen Sie, dass wir als eine Stiftung für Friedrich Nietzsche in Sachsen-Anhalt zu den Aussagen Ihres Briefes nicht schweigen können, mit denen Sie verallgemeinernd über »die Enkel« des Philosophen Friedrich Nietzsche – und damit auch über uns – urteilen.
Ich teile Ihre Auffassung, dass es ohne eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, die auch die Bereitschaft zu materiellen Konsequenzen umfasst, nicht möglich ist, einer »dunklen Seite eine hellere hinzuzufügen«, falls man überhaupt ein derart problematisches Ziel befürworten will. Und ich weiß, dass gerade unsere Stiftung für Friedrich Nietzsche in Sachsen-Anhalt, in dieser Hinsicht jahrzehntelang versagt hat. Aber gerade dieses Wissen hat uns schon vor Jahren – nicht erst im Zusammenhang mit dem aktuellen Streit um die neuen gefundenen Handschriften des großen Philosophen – veranlasst, einen anderen, eigenen Weg zu gehen, und zwar jenseits aller Öffentlichkeit.
»Wir können das Verfahren mit den Handschriften als Veräußerungsprojekt in der jetzigen Form nicht gutheißen«


Es geht also darum, die Handschriften, für die deutsche Stiftung Nietzsche oder zumindest für ein deutsches Museum zu sichern. Die Stiftung für deutschen Kulturbesitz hat ebenfalls ihre Ansprüche geltend gemacht. Man kann nur hoffen, dass alle Institutionen an einem Strang ziehen und das Projekt erfolgreich abwickeln. Aufgrund unserer besonderen Kontakte ist es uns gelungen, einen Auszug aus der letzten Handschrift hier veröffentlichen zu können. Der Text: Akte eines Gottes, der hier einhundertachtzehn Jahre nach seiner Entstehung ans Licht kommt, gehört zu Nietzsches erhabensten und gewaltigsten Dichtungswerken. Jetzt hat auch dieses, wohl letzte Werk des Philosophengenies und Dichters, sein Geheimnis der Öffentlichkeit preisgegeben, und es wird noch viel Arbeit nötig sein, dieses Werk richtig einzuordnen. Von den vergeblichen Bemühungen für dieses, für den Druck vorbereitete Werk einen Verleger zu finden, ist nichts überliefert.

Friedrich Wilhelm Nietzsche (* 15. Oktober 1844 in Röcken bei Lützen; † 25. August 1900 in Weimar) war ein deutscher Philosoph, Dichter und klassischer Philologe.


Auszug aus der 2007 aufgefundenen Handschrift:

Akte eines Gottes
Ich habe nun das Bild erkannt, seit ich in Gottes Auge sah.
Sah ich mein Spiegelbild vor mir, und trat
Mit neuem Saft, und frischem Blut hervor, aus anderer Welt.
Die nur der Messe dienten: Schopenhauer und Wagner,
Zu hulden mir, dem Gott auf Erden -
Sehe nur das Große.
Was alt ist, ist vorbei, vergangen
Was herabfährt, fährt zur Hölle
Was wäre ich ohne Jene, die zu Lebzeiten,
Vergöttert und Verstorben? Nichts!
Es schaudert mich, und wenn ich stehen bliebe,
Was soll ich schaffen? soll ich tun?
Und noch eins: ist der Deutsche Geist so arm
Und nicht geschaffen sich zu bilden?
Und längst gestorben, trug ins Grab mich, Ariadne
Und atme, Gram und Groll und Gruft
Doch stieg ich höher nun, wer wird mich bewundern?
Weiß ich genug vom Menschenwerk und wer ich war?
Ich war das Genie! In meinen Nüstern sitzt das Genie!
War geworden. Einzig wahr.
Ewig bleibend, zeitlos wahr.
Erinnern an meinen Namen als Dynamit
Lässt doch dem Pöbel seine Not
Der Täter zeigt nur Macht und Größe
Und zeigt der Welt den starken Menschen
Nur ich als Herrscher und als Schöpfer,
Liegt meine Quelle an der Stirne so
Ohne Gott, Kaiser, Papst und Vaterland
Ist Gott auch tot, so lebe ich weiter
Sterbend, siegend und vernichtend
Werde ich ärmer sein,
Liebe nur dem Leidenden, dem Hungernden
Selbstverschenkend mich als Wahrheit …

Auch wenn das alles etwas streng klingt, wird man feststellen, dass mit Befolgung dieser wenigen Regeln das Genie des Friedrich Nietzsche und die darauf folgenden Antworten nicht nur viel schmerzfreier sind, sondern ein sehr lockeres und humorvolles Miteinander ermöglichen werden. Garantiert wird hier seine Vita ein neues oder anderes "Bild" erhalten, ebenso wie man nach Herausgabe der Handschriften ungeahnt metapherreiche Varianten der Diskussion erleben wird. M.H.F.

Nietzsche-Büste
Nikos W. Dettmer (Bildhauer)

Herzlich willkommen auf den Seiten eines Projekts, das Ihre Lektüre, Ihr Verständnis Nietzsches im Blick hat: Das Nietzsche-Forum München e.V. lud im Jahr 2008 ein zu seinem neuen Projekt ‚Mein Nietzsche’. Nietzsche-Leser jeder Herkunft, Bildung und jeden Alters – besonders wendeten wir uns auch an das jüngere Publikum – wurden gebeten, ihre Erfahrungen mit Nietzsche darzustellen.

Mit einer verlängerten Einsendefrist ging unsere Ausschreibung am 30. September 2008 zu Ende. Die Mannigfaltigkeit der 67 eingegangenen Beiträge war für uns das eigentlich überraschende gewesen. (Studenten, Professoren, Schriftsteller, Philosophiebegeisterte aller Altersstufen und mit unterschiedlichstem Lebenshintergrund befassten sich in Prosatexten, Kurzessays, Lyrik, Malerei, Musik und Tanz mit Nietzsche.) So fiel es den Juroren nicht leicht, die ersten drei Preise zu vergeben.

Am 8. November 2008 fand in der Münchner Seidl-Villa die offizielle Preisverleihung statt. Den ersten Preis erhielt Eliane Dominok, Karlsruhe, für ihren Beitrag „Ein Kosmisches Schachspiel“, den 2. Preis Udo Strauß, Recklingshausen, für sein Gedicht „Menschenspuren“ und der 3. Preis ging an Maximilian Breu, Freising, für seinen Beitrag „Die Sprachentlarvung“. Einen Sonderpreis, dem 1. Preis gleichgestellt, erhielt Christina Weidemann, Leipzig, für die 7 Anfangsminuten ihres projektierten Nietzsche-Films.

Allen Teilnehmern gilt große Anerkennung und unser herzlichster Dank!
Die Einsendungen wurden 2009 unter folgedem Titel veröffentlicht:

Mein Nietzsche
Ein Projekt des Nietzsch-Forums München.
Hans-Joachim Becker, Miriam Ommeln, Hans Otto Seitschek, Elke Wachendorff (Hg.)
198 Seiten
Verlag Traugott Bautz GmbH
ISBN 978-3-88309-543-1
Erhältlich bei Amazon.de oder im Buchhandel zum Preis von 20,00 Euro.

9.1.10 15:34

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