LYRIK POESIE DICHTUNG

Wettbewerbsbegrifferkläung in aporetischer Methode

Wettbewerb mit Preisvergabe.
Eine Begriffswettbewerbserklärung, in einer aporetischen Methode.
Es gäbe keine Preisträger, wenn es keinen Wettbewerb gäbe. Wenn man also von Preisträgern hört, und von einer Jury, so muss man gleichzeitig von den Teilnehmern reden, die dann ohne einen Preis blieben. Welche durch die Teilnahme am Wettbewerb, selbst mit Preisträger und Jury, ein Teil der Notwendigkeit an einer Teilnahme des Wettbewerbs ist. Selbst der Veranstalter ist Teil des Wettbewerbs, sowohl der Jury als auch der Teilnehmer, insbesondere der Preisträger. Wenn man also von einem Preisträger hört, so sieht man zunächst den Preis. Wenn man aber den Preis als „nicht könnte, sein“ denkt, so erkennt man die Teilnehmer und durchschaut in wieweit ein Jurymitglied den Preisträger erkennt, statt zu erkennen, das es weniger um das materielle noch um das körperliche, also nicht um den Preis, und auch nicht über den Preisträger geht, vielmehr um das Geistige, welches zu preisen wäre. Eine Schande aber ist es, der Lobpreisung eines Preisträgers mehr anzuhängen, als dem geistig Geschaffenen. Eine Schande also, wenn der körperliche Preisträger, dem geistigen Wettbewerbsbeitrag vorgezogen wird. Also nicht einer künstlerichen Idee, wie sie geschaffen ist, den Vorzug zu geben. Das im Wettbewerb eingereichte Geschaffene, muss also gegenüber dem anderen Geschaffenen, besser sein, ohne Berücksichtigung seines Schöpfers, noch eines von einer Jury hineininterpretierten Hintergrundwissens. Der Preis wendet sich also demjenigen zu, dem es auch verdankt, das er zu preisen ist. Der Preis verliert hier an dem, was zu preisen ist. Unmöglich aber ist, das der Preisbeitrag, der Mehrheit von Jury, Preisträgern, Veranstalter noch den eingereichten Wettbewerbsbeiträgen entsprechen kann noch an diesen ursprünglich teilhat. Nur das ist unser Preisträger, in dem wir erkennen, dass das von ihm Geschaffene, zu preisen ist, indem wir begreifen, inwieweit es sich von den übrigen eingereichten Wettbewerbsbeiträgen entfernt. Wieso der Preis nur sein konnte, wenn er nur zu preisen sei. Der Preis muss also ästhetisch dem Betrachter gefallen und nicht dem Preisträger oder der Jury. In erster Linie müssen die Nichtausgewählten die Wahl nachvollziehen können. Denn im Wettbewerb leben wir, bewegen wir uns, und sind.

© Manfred H. Freude
© 2011 MANFRED H. FREUDE


5.11.11 14:26

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen