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FREUDE

(ISBN: 978-3-86858-188-1<)
wurde bei Shaker Media Gedichte Top1000 test

Ästhetik in der Dichtung

GESCHMACK macht glücklich

Ästhetische Theorie – Poetisches Programm
Ästhetik in der Dichtung
Das Schöne und das Erhabene Gedicht

Von Manfred H. Freude

Montag, 8. August 2005


De gustibus non est disputandum =
Über Geschmack soll man nicht streiten
Der Dichter dichtet nicht aus einem ästhetischen Interesse.
Der Dichter ist völlig ohne jedes Interesse bei seiner Dichtung.

Sein eigenes Empfinden, seine eigene Krankheit oder sein Genie ist völlig unabhängig von seiner Dichtung.
Er benutzt seine Wörter nicht durch das ihm anschließend eine Erklärung vorgelegt wird oder er sie selber erklären müsste.
Seine Worte sind rein mystisch.

Ein Gedicht ist eben keine Sache der Ästhetik.

Philosophische Anfänge und Beweise in der Aufklärung zur Zeit der Kantischen Kritik der Urteilskraft sind die Anfänge für eine logische und methodische Schöpfung von „schöner“ Poetik.
Anfänge von Beweisen und Argumenten.

Offensichtlich ist diese Gedichtliteratur Teil der Aufklärung und kein Begriff oder eine Bezeichnung für die subjektive Ästhetische Kunstaufklärung.

Die Modernisierung in einer eigentlich deutschen Dichtkunst entstand unter regelmäßigen Organisierten Zusammenkünften in denen allseitige philosophische Arbeiten grundlegend sind.
Aufgrund dieser differenzierten Schulen und Richtungen entstehen jedoch die vielfältigen Sinnesrichtungen die keine grundsätzliche Übersicht am Ende der Aufklärung erlauben.


Dichten will aufklären! Nicht nur gefallen.
Dichtung will belehren.
Bei heutiger Vielfalt der Dichtung und der Dichtungstheorien, dichtet jeder drauflos und theoretisiert jeder was das Zeug hält.

Vom Gedicht in der Metzgerzeitung bis hin zu einem anspruchsvollen, hermetischen, eskapistischen, Gedicht.
Fragen entstehen wer das Gedicht eigentlich beurteilt, die Masse, der geneigte Leser, der individualistische Meisterkritiker? Ein gutes Gedicht ist eine andere Frage.
Auch die Kritiken beziehen sich aufeinander oder grenzen sich gegeneinander ab. Sind das Interessenskonflikte, wie wir sie auch beim Gedicht kennen, wer weiß?
Hat es sich doch für einige lustige Gelegenheits-Dichter positiv entwickelt, das sie sich ein verständnisvolles, liebendes Publikum erworben haben, was die
hermetischen Dichter erst nach jahrelangen Interpretationen und Zerstückelungen ihrer Gedichte hoffen dürfen. Vielleicht Jahrzehnte, Jahrhunderte nach ihrem Tod.

War bei Gottsched noch die unbeirrte Nachahmung der Natur der Erfolg zu schöner Dichtung das Ziel, gab Baumgarten die sinnlich, dunkle, verworrene Vernunft bereits vor und bereitete damit schon den Weg zu moderner Lyrik.

Die Wirkungsästhetik richtet sich an das Gemüt, die Interessen des Publikums und dessen Erregung durch Affekte.

Geschmack und Impression des Schönen sind von naturgegebenen Begabungen (Intuition) abhängig zu denken.
Dies bildet sich seit dem Sturm und Drang aus der Genieästhetik als Grundlage für die Erklärung Schönheit sinnlich wahrzunehmen, bei einer Aufklärungsästhetik von dieser natürlichen Begabung hervorgebracht.

In der Aufklärung dichtet man in Anlehnung an theoretisch hergeleitete Grundsätze und Methoden. Öffentlich diskutiert man über bestehende Texte,
auf der anderen Seite stellt man philosophische Aufsätze vor, nach deren Fundamenten man nun zu dichten hat.

Man diskutiert öffentlich und in Briefen ob und wie Dramen zu schreiben sind in Prosa oder in Versen.

So diskutierte auch Schiller mit Goethe, dem er mitteilte: „ich habe nun den Wilhelm Tell in Verse umgeschrieben. Prosa ist etwas fürs Volk und Lyrik-Verse sind doch Einbildungskraft...“

Wir befinden uns im Umbruch der Belletristik, der schönen Literatur, der schönen Verse, der schönen Lyrik.

Die Dichtung ist schon seit der Antike Schön.
Unterhaltsam, angenehm, sprachlich formvollendet und unverwechselbar.
Schön, aber wie Kant sagt: schön ohne alles Interesse.
Dieses Schöne ist aber bereits seit der Poetik und der Rhetorik der Antike gegeben.

Es ist aber auch ein Merkmal der Aufklärung, das wie in der Antike die Dichtung auch belehren soll.

›Belehren und Unterhalten‹
( Horaz ›prodesse et delectare‹)
wie auch ›Nutzen‹ und ›Vergnügen‹

Schönheit durch erlebbare Impressionen die sinnlich, körperlich und hörbar auf das Gemüt wirken und nicht nur durch
Urteilskraft auf den Verstand (hierin findet sich die Begründung einer Ästhetik)

Es entwickeln sich neue Kategorien und Gattungstheorien
die sich ebenfalls von der Antike herleiten. Die alten Einflusse der
antiken Götter, Helden und Musen werden übernommen aber es bildet sich auch durch die theoretische, philosophische Diskussion eine moderneres Engagement.


Ein Hochziel in der modernen Dichtung des 18.
Jahrhunderts gilt auch noch für den ›Poeten‹.
Gottsched warnt in der Critischen Dichtkunst die Dichter,
sich nicht durch fehlende
Kenntnisse lächerlich zu machen.
Viele Autoren, die als Verfasser Schöner- Lyrik bekannt sind, haben als philosophische
Universalgelehrte zu unterschiedlichsten Themen
akademisch bedeutsame Sachliteratur niedergeschrieben.

Das wichtige Wissen ist das Philosophische Wissen, welches auch die Geometrie einschließt und das historische Wissen.

Die Erkenntnis ist eine Sache des Geistes, sie findet
deshalb in der Seele statt.

Dies ist eine der wichtigen Erkenntnisse des 18. Jdts. und um diese Erkenntnisse ging es schließlich.
Klarheit, das ›Licht der Seele‹ so Wolff, ist gegeben,
wenn Unterschiede in den Gedanken festgestellt werden können.

Und diese Klarheit bedeutete die Aufklärung.



Erhaben
erhoben – entflohen
sublime – escape

Eskapistenlyrik in der Dichtung und der ästhetischen Theorie

Die Rhetorik benennt hergeleitet von Aristoteles die Stilarten ( genus dicendi )
vom schlichten Stil ( genus subtile ) über den mittleren Stil (genus medium )
zum erhabenen Stil ( genus sublime )
Was erhebt nun den hohen Stil: nach Aristoteles ist dies Prunk, sublimitas, Würde, Erhabenheit, Redeschmuck (ornatus) wie pathos.

Karl der Große nannte sich nach der Kaiserkrönung im Jahr 800 Imperator et Augustus.
Dieses Augustus stand im Lateinischen für der Erhabene.

In seine Abhandlung über die ästhetische Erziehung des Menschen schreibt Schiller vom Erhabenen Flug der Dichtkunst.

Erich Heckel erhebt sich über die Berge der Alpen: ..denn was soll man sagen zu dieser überaus herrlichen Natur, die noch weit, weit schöner und erhabener ist, als ich sie mir gedacht....

Gottfried Benn im Gedicht der Dunkle : das ist für viele ein erhabener Traum.
und im Gedicht Olympisch: Erhebe dich nun ... Erhebe dich aus Stamm und Zeiten

Über allen Zweifeln erhaben ist, das die Frage des Einstiegs, über das Erhabene, bei Kant beginnt.

Sind wir nun erhaben über den Dingen oder erheben wir uns erst in die Höhe und Überhöhe und die Ausschweifung der Leidenschaft, wie Nietzsche schreibt: ein wirkliches tiefes Verlangen also, über die Hässlichkeit und Ungeschicktheit hinauszukommen, mindestens hinauszublicken – hin nach einer besseren, leichteren, südlicheren, sonnenhafteren Welt. „

Dies passte zu der Eskapade des fliegenden Roland H.M. Enzensberger und aus Struwwelpeter. Einem erhobenen entfliehen.

Erhabenheit ist nach Nietzsche das Ziel menschlichen Strebens.
Im § 369. in manchen Fällen nur durch Erbärmlichkeit zu erreichen.
Durch anherrschen und Vergewaltigen. Mancher braucht dazu einen Hund, eine Frau, eine Partei oder ein Zeitalter.


Gottfried Benn mit seinen
Gedichten: Ach das Erhabene
Das Gedicht: Olympisch : Erhebe dich....
Der Dunkel für viele ein erhabener Traum...

DAS ERHABENE
erhoben – entflohen
sublime – escape

Pseudolonginus schreibt über das Erhabene zwischen hypsos (Erhabenheit) und kallos (Schönheit)
Kant teilt in der Kritik der Urteilskraft das Endliche vom Unendliche, das Bedingte vom Unbedingten und den Verstand von der Vernunft.

Wir gehen aus von beherrschbaren Dingen die wir zeigen können (Aussagen) und Dingen die wir nicht beherrschen, nur benennen können (Platonischen Ideen)
Dieser Aufstieg steigt zum höchsten Gipfel, vom Schönen zum Erhabenen.

Bewundern wir einen Scharfsinn des Sokrates
oder belächeln wir, haben Spaß an seinen Mythen: von göttlicher Raserei, dämonischer Besessenheit oder erotischer Leidenschaft?
Dieser Aufstieg vergleichbar dem Kantischen Übergang vom Verstand (Bedingten) zur Vernunft: (Mannigfaltigen Vorstellungen) Vernunft ohne jede weitere Vorstellung. Nur Vorzustellen wo nichts mehr Vorzustellen.

Wir reden uns am Ende in die dionysische Ekstase.
Für Sokrates ist nur das Vernünftige schön.


Eskapistenlyrik in der Dichtung und der ästhetischen Theorie

Die Rhetorik benennt hergeleitet von Aristoteles die Stilarten
( genus dicendi )
vom schlichten Stil ( genus subtile )
über den mittleren Stil
(genus medium )
zum erhabenen Stil ( genus sublime )

Was erhebt nun den hohen Stil: nach Aristoteles ist dies Prunk, sublimitas, Würde, Erhabenheit, Redeschmuck (ornatus ) wie Pathos.

Karl der Große nannte sich nach der Kaiserkrönung im Jahr 800 Imperator et Augustus.
Dieses Augustus stand im Lateinischen für der Erhabene.
In seine Abhandlung über die ästhetische Erziehung des Menschen schreibt Schiller vom Erhabenen Flug der Dichtkunst.

Erich Heckel erhebt sich über die Berge der Alpen: ..denn was soll man sagen zu dieser überaus herrlichen Natur, die noch weit, weit schöner und erhabener ist, als ich sie mir gedacht....

Gottfried Benn im Gedicht der Dunkle :
das ist für viele ein erhabener Traum.
und im Gedicht Olympisch: Erhebe dich nun ... Erhebe dich aus Stamm und Zeiten....

Über allen Zweifeln erhaben ist: das die Frage des Einstiegs über das Erhabene, bei Kant beginnt.
Sind wir nun erhaben über den Dingen oder erheben wir uns erst in die Höhe und Überhöhe und die Ausschweifung der Leidenschaft, wie Nietzsche schreibt: ein wirkliches tiefes Verlangen also, über die Hässlichkeit und Ungeschicktheit hinauszukommen, mindestens hinauszublicken – hin nach einer besseren, leichteren, südlicheren, sonnenhafteren Welt. „

Dies passte zu der Eskapade des fliegenden Roland
H.M. Enzensberger und aus Struwwelpeter.
Einem erhobenen entfliehen.

Erhabenheit ist nach Nietzsche das Ziel menschlichen Strebens.
Im § 369. in manchen Fällen nur durch Erbärmlichkeit zu erreichen.
Durch anherrschen und Vergewaltigen. Mancher braucht dazu einen Hund, eine Frau, eine Partei oder ein Zeitalter.

17.7.10 09:50

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