Der Autor muss es drauf haben
Zu (Wolfgang Tischer: Der Autor muss es drauf haben. Manchmal muss man sich wundern, welche Diskussionen losgetreten werden. Die kommen oft hochtrabend theoretisch und akademisch daher, doch bei näherer Betrachtung erscheinen sie wie ein Aprilscherz.
»Hat die Wasserglaslesung ausgedient?«, lautet solch eine aktuelle Debatte. Den Begriff prägte Prof. Stefan Porombka in einem Interview, das mit der literarischen Benachteiligung des östlichen Teils der Republik begann und mit der Forderungen nach neuen Formen der Literaturvermittlung endete.)
Also diese Debatte ist hochinteressant und aktuell. Sie stellt sich in den Autorenkreisen nach jeder Lesung neu.
Und Herr Tischler hat hier recht. Die meisten Autoren sind hässlich und haben es nicht drauf. Das gilt auch für das Publikum.
Und das ist die Knacknuss.
Hier wirft Herr Tischler etwas in einen Topf. Es gibt einige (zugegeben wenige) Autoren die auch etwas rüberbringen. Die meisten lesen erst garnicht, weil es auch nichts einbringt. Aber was nennt denn Herr Tischler da für komische Entertainer?
Abgehalfterte, drittklassige Schauspieler erreichen eine akzeptable Teilnehmerzahl, die der Autor selber nicht gewinnen kann. Höhere Eintrittspreise lassen dann den halbintelektuellen zugreifen. Was noch hinzukommt, das nichts preoblematisches (hoch geistiges) zur Lesung gebracht wird, sondern man schafft sich „einen netten Abend“. So funktionieren doch die Lesungen der LitCologne, der Buchmessen etc. Wenig Autoren, dafür um so Heiden reicher.
Nehmen wir die Lyrik. Wer liest, wo, wieviel Zuschauer. Ein Paar Phrotesenträger und ehemalige Lehrerinnen am Rollator. Dagegen habe ich nichts, aber es scheint ein nicht angemessener Rahmen und auch kein angemessenes Verständnis für Qualität.
Und nun wären wir bei der viel hochgehobenen Qualität über die man sich auch streiten kann, wenn man das überhaupt tun will.
Da lassen wir uns doch lieber etwas entertainen. Aufschrei wenn man den Namen Dieter Bohlen hört (ich kenne übrigens mehrere von Ihnen genannte Starredner nicht, muß man auch nicht) was machen dann die Rezitatoren (ich sag mal Lutz Goerner) sie gehen immer mehr auf die leichtere, lustigere Unterhaltungsschiene. Nicht Fernsehen oder Bühne verblödet, nein, das Publikum bleibt zum Denken höchstens noch zu Hause.
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