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FREUDE

(ISBN: 978-3-86858-188-1<)
wurde bei Shaker Media Gedichte Top1000 test

Escapistenlyrik aus Alles Gedichte - Keine Genichte

Escapistenlyrik

Das hermetische Gedicht öffnet sich. Escapistenlyrik,
eine Lyrik des Entfliehens durch Traum und Rausch.
Es ist beschrieben, was für das Verständnis der Escapistenlyrik wichtig ist. Escape (englisch) – entfliehen.
Folgen wir der Verlockung, dem Anreiz einer Fährte,
einer Piste, einer Spur.
Geben wir uns der Verlockung einer Spur zu folgen.
Brechen wir aus, entfliehen wir der Realität.
Machen wir uns heimlich davon (durchbrennen).
Entkommen entrinnen wir mit einem Geistesblitz, dem Köder der uns in die Realität locken will, mittels eines Seitensprungs.
Werfen wir den Hut (Escape – Cappa) und verlassen den Turm und kehren zurück zur Außenwelt.
Die Escapistenlyrik entflieht dem hermetischen Gedicht. (das vollbringt die Dichtung mit ihrer rhetorischen Verdichtung, ihrem Interesse nach Hermetik und der Deviation vom Realen dem Ausstieg aus dem abgeschlossenen dem Unwirklichen; das Reale aus einem sicheren Ort zu betrachten.

Das eskapistische Gedicht ist deshalb gerechtfertigt, weil es für die Zeit eines Gedankens von der Realität des Lesens ablenkt.

Das Hermetische ist nämlich nicht
der sichere Ort für das Gedicht.

Hermetik goes escapism, das hermetische Gedicht öffnet sich zur Escapistenlyrik. Fugenlyrik (Latein: fuga das fliehen, die Flucht)

Ergeben wir uns dem Folgenden.
Wir entfliehen, um zu bleiben. Wir entfliehen. Weg von der Lichtung ins Dickicht, um praktisch unsichtbar die Lichtung zu betrachten.
Die Dichtung entflieht aus der Realität (dem Glaskasten), entrinnt dem Unwirklichen (der Welt) entrinnt die Realität (die Spießer) zu betrachten.

Der Ausstieg aus dem hermetischen, dem unverständlichen, dem Verschwiegenen.

Escapistenlyrik, Fluchtlyrik, Fliehendengedichte
Eskapisten, Fliehende, Escape, Fliehen

Wir müssen dem Leib, dem Körper entfliehen, unserem Leib wie dem Mutterleib, der hermetischen Fluchtblase.

Lesen wir ein gutes Buch und irgendwann geschieht es, das wir uns nicht mehr im Raum befinden, in dem wir uns befinden. Wir sind entflohen. Wir haben uns von einer Stelle des Textes vom lesen in den Text begeben.
Eine Escapade.
Wir haben nicht den Raum des Lesens verlassen, sind vielmehr in die Sätze, die Worte eingetaucht.
Eingetaucht in die Leere, in die Mitte. Die verlorene Mitte.
Bis in den Ursprung. Wovon Ursprung? Von der Quelle? Es gibt keine Quelle. Alles ist unendlicher Regress. Wir kreisen um die Mitte der Quelle. Wir füllen diese Mitte. Mitte schwarzer Leere.
Rechts und links vom Rand saugt uns die Mitte eines schwarzen Lochs ins Zentrum.

Wir beschreiben ein Dichter-Ritual, eine Fluchtdichtung
in das Innere der Seele. Steigen aus der Quelle. Fließen mit dem Fluss der Flüsse ins Meer. Steigen auf zu den Wolken. Regnen uns ab in den Bergen und dringen zu den unterirdischen Seen. Aufzusteigen zu unserer Quelle. Alles ist unendlicher Regress.
Wir kreisen um die Mitte der Quelle.
Wir rufen die Totengeister, die Dichtergeister.
Die Dichter als Schamanen und wir vollziehen eine Guffa,
eine Guffa ist eine Reise ins Innere der Seele.

Wie schreibt Dichtervater Goethe in einem Gedichtsonett über das Sonett:
Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen
und haben sich, eh man es, denkt, gefunden;
Der Widerhall ist auch mir verschwunden
und beide scheinen gleich mich anzuziehen

das Gesprochene, Ausgesprochene und das Gedachte, bedacht ausgesprochene Wort, das Dichterwort.. scheinen zu fliehen.
Vielleicht beziehen wir uns, auch als Dichter, auf etwas, was Helmut Lamprecht der Dichter in der Deutschstunde fragt: „Was will der Dichter damit sagen ... warum denn die Dichter nicht gleich das sagten, was sie gar nicht sagen wollten.“
Genau das ist der Punkt. Wenn der Dichter nur das Leben beschreibt, können wir es ja selber leben.

Der Dichter beschreibt das Leben und wir merken nicht die Eskapade. Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen.
Das bedeutet: Das Gedicht flieht, indem es gelesen wird, indem wir Erkenntnis gekostet haben, ist das Paradies verloren.

Lyrik oder Poetik führen auf je ihre Weise heraus aus der Enge gewohnter Umgebung.
Der Leser verlässt den angestammten Ort und begibt sich auf eine Reise. Eine Geistreise.

Die Worte entfliehen und werden immer wieder an anderen Orten von anderen Lesern und Schreibern aufgegriffen. Ohne das je einer das Wort für sich beanspruchen kann. Er hätte es etwa für sich selber eingeschlossen.

Latein: fuga das Fliehen, die Flucht
Die Gedanken bleiben im Schädel hermetisch verschlossen im Gehirn; bis sie entfliehen.

Oft entfliehen wir bereits bei der Beobachtung der Natur durch das Perspektiv, das Mikroskop oder das Teleskop. Durch die Veränderung unserer Seh-Schärfe, durch Scharfes – sehen. Durch das Betrachten des Himmels, der Galaxien. Fernster Galaxien durch die Hubbel-Teleskope. Wir begeben uns in andere Wahrnehmungsräume.

Für die neue Ästhetik für den Antitext, zu den Bildern entsteht Antitext – technische Bilder – benötigen wir Einbildungskraft und Begriffskraft. Diese sind Voraussetzung für die Eskapade in der Escapistenlyrik. Das Eskapistengedicht will aufklären – Berühren.
Bildet sich der Text begreiflicherweise als Gebäude so eröffnet er gleichzeitig immer weitere Räume.
Der Text und die Bilder entstehen erst beim Lesen.

Der Auseinandersetzung mit Kunst und Dichtung:
Kunst erkennen heißt Selbstreflexion.
Goethe: Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen
und haben sich, eh man es denkt, gefunden
Die Menge des Konsums in Kunst wie Literatur und Dichtung befreit nicht vom Geschmack allgemein.
Das Originale ist das Originelle, das Echte.
Das Schaffen ist die Übersetzung von Innen ins Äußerliche. Kunst ahmt Kunst nach, variiert.

Wir unterscheiden aber ein Denken und Sprechen, das wir wissenschaftlich bezeichnen. Denken und Reden schließen aber die Gleichzeitigkeit zweier Bedeutungen aus. Diese Gleichzeitigkeit wäre das Zeichen der Unwissenschaftlichkeit eines Ausdrucks und verstieße gegen die Logik. Wir benötigen aber den Zugang zur Welt, den wir unter anderem auch über die Dichtung und die Metapher erreichen und dies im Besonderen über die Eskapade.
Den Zugang zur Welt über 1. den Begriff und 2. das Wort.
Entfliehen kann das Wort, (Escape,) frei von allen Urteilen, Vorurteilen oder Wissenschaft.
Der Eskapismus ist bereit, dem hermetischen zu entfliehen, die Escapistenlyrik entflieht dem hermetischen Gedicht. Das hermetische ist nämlich nicht der sichere Ort für das Gedicht.

Nur in der Sprachlosigkeit: Dem anderen das Wort, die Sprache entziehen, ist die Gewalt. Und sprechen wir vom Gedicht, so sprechen wir von Gewalt. Nicht jedem guten Gedicht kann man so ohne Weiteres zuhören, ohne irgendeinen Schaden zu leiden.
Und was bedeutet dies für das Gedicht?
Man musste feststellen, das hermetisch eingeschlossene Monster Mensch, sich als erschreckend normal herausstellte.
Wie dicht muss ein Gedicht werden, das es aus Platzmangel fliehen oder sterben muss?
Und als entflohenes Gedicht zur Escapistenlyrik.

Escapistenlyrik: escapism – entfliehen, Flucht vor der Persönlichkeit. Die Escapistenlyrik entflieht dem hermetischen Gedicht durch Traum und Rausch.
Apoll und Dionysos lassen grüßen.

18.3.10 16:31

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