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FREUDE

(ISBN: 978-3-86858-188-1<)
wurde bei Shaker Media Gedichte Top1000 test

Können wir nicht mehr Sprechen?

Freudessatz:
Das Sprechen der Wissenschaft wird metaphorisch, mystisch.
Es gibt keinen Urknall, keinen gekrümmten Raum, keine schwarzen Löcher, keine Strings, keine Wurmlöcher, keine Antimaterie, so spricht nur der stiere Geist. Es gibt keine bunten, schönen Bildchen vom Gehirn in der Realität, noch irgendwelche Farbaufnahmen von fernen Gestirnen, Galaxien oder Luft- und Meeresströmungen. Alles sind künstlerische Artefakte, die dem denkentwöhnten Publikum das Können der Wissenschaft vorgaukeln wollen.
Lesen und Schreiben können doch die Wenigsten!
Die ältere Generation versagt. Sie glaubt an bleibende Werte. Sie glaubt noch fest an Bücher. Dafür ist heute keine Zeit. Falsche Liebe zu falschen Ratgebern. Dieses ewige Richtigmachenwollen, vergisst dieses anklicken, wegzappen ohne Hinterfragen. Dieses Vertrauen, wir alle wollen an unseren falschen Beispielen unsere Fehler großziehen. Wittgenstein und Austin kannten noch nicht Sendungen wie Bauer sucht Frau. Das hätte ihre Einstellung sicher umgehauen. Disziplin macht nur dumm. Fernsehdiskussionen scheinen (auch Literaturkritikern) oft langweilig und dumm. Wenn man sich aber deren versagt und nur literarischen Ratgebern (Besserwissern) oder falschen Geistesgrößen, Leitbildern von Suff, Sex und allen gebräuchlichen Krankheiten geprägt, (Goethe soff am Morgen schon zwei Flachen Wein (Alkoholiker, siehe David Hasselhoff), hatte nicht promoviert, war im hohen Alter noch hinter jungen Mädchen (da waren Polanski und Copperfield noch harmlos), war zu Lebzeiten unbeliebt und unbekannt. Alles andere ist Heldenverehrung nazistischen Stils. Aber schreiben konnte er, das musste man ihm lassen) vertraut, ist man sehr einseitig belehrt. Aber wie es weitergeht; da fragen wir wieder unsere Götter. Wir wissen es nicht. Sprache funktioniert wie eine Farbmischanlage im Baumarkt. Immer weniger Menschen können miteinander Sprechen. Es sind Messis und Leute mit Depressionen, Suizidgefährdete. Wer spricht hat seine Karriere für immer beendet. Das wird sich und kann sich auch niemals ändern. Wer preist die Kranken? Wir verehren die Toten. Lieben nazistische Götterdämmerungsbegräbnisse inszeniert wie beste Leni Riefenstahlproduktionen. Schweigeminuten, Stunden, Tage. Wer spricht macht sich schuldig. Auch der Depressionskranke. Die Helden schweigen. Der Kluge Schweigt. Aber dieses allgemeine Sprechen, über Alles, über Gott und die Welt, nur nichts von sich preisgeben was Angriffsflächen bietet. Wir sprechen nur um zu wissen, das wir nicht alleine sind.

14.11.09 14:37

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